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Frank Richter - 1a-faksimile
 

 Der Bamberger Psalter
 Ein einzigartiger Buchjuwel



Der Bamberger Psalter schimmert golden, warm und verheißungsvoll. Die vergoldeten Miniaturen auf Vorder- und Rückdeckel scheinen durch die dünnen Hornplatten des Einbands, fixiert durch filigrane Silberleisten. In seinem Innern funkelt das Gold, leuchten die Farben in Miniaturen und Initialen wie Kirchenfenster im Sonnenlicht. Der Inhalt und die Einband bilden eine vollkommene Einheit. Ein wahres Feuerwerk spätromanischer Buchkunst!
Der Psalter gehört gewiss zu den wertvollsten Handschriften des Mittelalters.
Er ist zur Bauzeit des Bamberger Doms entstanden und ein wichtiges Objekt des europäischen Kulturgutes.
[Der große Kunsthistoriker] Wilhelm Messerer bezeichnete ihn als "Höhepunkt aller Bamberger Kunst". (S.E. Dr. Ludwig Schick, Erzbischof von Bamberg)




Ein harmonisches Ganzes

Der um 1220/30 entstandene Bamberger Psalter ist das perfekte Gemeinschaftswerk von zwei künstlerisch hochrangigen Buchmaler-Meistern, die in unterschiedlichen Traditionen stehen und deren Neben- und Miteinander den Stilwandel von der Romanik zur Gotik dokumentiert. Sie zeigen sich offen gegenüber neuen Strömungen, und es ist reizvoll, zu entdecken, wie in ihren lichtdurchfluteten Bildern ältere Stilformen mit neuen verschmelzen. Eine harmonische Einheit bilden ebenso der exklusive Hornplatteneinband und der goldstrahlende Inhalt der Handschrift, indem die auf Christus und Maria bezogenen Motive der Miniaturen unter den Hornplatten des Einbands die drei Bilderzyklen im Innern des Bamberger Psalters komplettieren.



Gliedernde Pracht

Die reich ausgestatteten Handschriftenseiten des Bamberger Psalters ziehen den Betrachter ebenso in den Bann wie dessen blickfangende Hülle. Den Hauptschmuck bilden 15 ganzseitige Miniaturen mit Szenen zum Neuen Testament in drei Bilderzyklen zu jeweils fünf Miniaturen. Hinzu kommen acht ganzseitige verschlungene Goldinitialen, die den Psalter liturgisch in acht Abschnitte gliedern. Demgegenüber betonen drei farbenfrohe Initialzierseiten die Anfänge der Psalmen 1, 51 und 100 und somit die seit den Kirchenvätern gebräuchliche formale Dreiteilung des Buches. Alle 150 Psalmen beginnen mit einer mehrzeiligen Goldinitiale auf farbigem Grund, die Versanfänge stets auf einer neuen Zeile mit einer ebenfalls in Gold ausgeführten Initiale.



Eine geheimnisvolle Dame

Die Frage, wer den Bamberger Psalter in Auftrag gegeben hat, lässt sich nicht mehr beantworten. Dass der Psalter für die private Andacht einer höhergestellten Person bestimmt war, ist dabei unstrittig. Prächtige Psalterien waren oftmals mit adligen Damen verbunden. So zeigt die figürliche Initiale "I" am Beginn von Psalm 86 eine betende Frau in Gold auf blau-grünem Grund (fol. 99v). Das könnte als ein Hinweis auf die Stifterin der Handschrift verstanden werden. Im Kalendarium (fol. 3v) ist zum 5. Juni die Ermordung des Grafen Gebhard von Hirschberg (verst. 1245) nachgetragen worden, was Anlass zur Spekulation über die familiäre Herkunft der Stifterin gegeben hat. In welcher Beziehung sie zu dem Ritter auf fol. 135v steht, bleibt freilich ihr Geheimnis


Zwei Buchmaler-Meister haben den Bamberger Psalter geschaffen: ein markanter Hauptmeister, der stilistisch in der spätromanischen Kunst um 1200 wurzelt, und ein jüngerer Buchmaler, der erkennbar nordfranzösisch und von dem gerade erst aufkommenden Zackenstil als Vorboten der Gotik beeinflusst ist. Beim Hauptmeister sind es sehr große und schlank proportionierte Figuren, die die Miniaturen beherrschen. Ihre Gesichter haben stark abgerundete Kinnpartien und große mandelförmige Augen. Ein charakteristisches Stilmerkmal ist dabei vor allem die Gestaltung des Faltenwurfs der Gewänder, der den Figuren Plastizität verleiht. So hüllt der Hauptmeister - im Unterschied zu seinem Kollegen - jede seiner Figuren in stoffreiche, weich fallende Gewänder mit runden Falten.
Die schwingenden Gewänder und die in Falten gelegten Tücher wirken bewegt und verstärken dadurch die Dynamik im Bild. Ein eindrückliches Beispiel für den Malstil des Hauptmeisters bietet die Miniatur auf fol. 60v, die die Hochzeit von Kana (Joh 2,1-11) zeigt. In der Mitte am Tisch sitzt Christus, zu seiner Rechten Maria und auf der anderen Seite der gastgebende Bräutigam. Im Vordergrund stehen die sechs steinernen Wasserkrüge, die für die rituelle Reinigung bestimmt sind und nun von einem Diener auf Geheiß Jesu mit Wasser befüllt werden. Ein zweiter Diener, dessen Fuß links unten aus dem Bildrahmen heraustritt, kredenzt das zu Wein verwandelte Wasser in einem goldenen Pokal mit Deckel. Sein zweifarbiges Gewand ist ein Detail aus der zeitgenössischen Mode.


Das Replikat des Hornplatteneinbands
Es ist das erste Mal, dass ein Hornplatteneinband faksimiliert wird. Der Quaternio Verlag Luzern ist mit seiner nunmehr 20. Faksimile-Edition einmal mehr innovativ - lassen Sie sich von einem der nur 280 Exemplare des Bamberger Psalters begeistern!
 
Mysthisch schimmert das Gold der auf dem Einbanddeckel aufgebrachten Pergamentseite durch das Horn - in der Faksimile ­ Edition ein ganz besonderes Erlebnis.

Einheit von Inhalt und Einband
Die Miniaturen, die unter den Hornplatten auf Vorder- und Rückdeckel angebracht wurden, hat der Buchmaler eigens für den Einband des Bamberger Psalters geschaffen. Bereits bei der Anordnung der Bildmotive auf der Seite hat er die Trennräume zwischen den Bildfeldern berücksichtigt, auf denen der Buchbinder später die Silberleisten für die Hornplatten fixiert hat. Buchmaler und Buchbinder mussten also bereits bei der Konzeption des Einbands eng zusammenarbeiten. Im Ergebnis strahlt das Gold der Miniaturen unter den Hornplatten mit einem magischen Glanz hervor.
Die Wiedergabe dieses einzigartigen Einbands mit seinen Hornplatten ist eine besondere Herausforderung, die nur dank des langjährigen Faksimile- Knowhows des Verlags gemeistert werden konnte. Für das Replikat der beiden Hornplattendeckel wurde eigens ein Verfahren entwickelt, das die filigranen Platten originalgetreu und lebendig wiedergibt. Aber auch die fein punzierten Silberleisten müssen originalgetreu reproduziert werden. Restauratoren, Silberschmiede und Buchbinder arbeiten dabei in allen Arbeitsschritten Hand in Hand zusammen.
Ein Gesamtkunstwerk
Auch die originalgetreue Wiedergabe des Inhalts ist für die Lithographen und Drucker immer eine herausfordernde Tätigkeit. Es braucht auch hier viel Herzblut, um ein Meisterwerk der Faksimilierkunst entstehen zu lassen. Mehrmals müssen alle Beteiligten nach Bamberg reisen, um Andrucke mit dem Original zu vergleichen. Ein besonderes Augenmerk gilt dem Gold, das mit Hilfe eines Spezialverfahrens wiedergegeben wird. Wahre Künstler an der Druckmaschine beherrschen ihr Metier, um mit dem passgenauen
Auftrag der Patina die Aura des Originals aufleben zu lassen. Das spezialbehandelte Papier, das sich anfühlt und klingt wie das Pergament des Originals, verstärkt diese spezielle Wirkung. Es ist, als würden Sie im Original blättern.
 


Handschrift und Faksimile im Überblick
Der Bamberger Psalter fasziniert mit seinem farbenprächtigen Buchschmuck. Dabei scheint jede Seite wie die äußere Hülle in goldenes Licht getaucht zu sein. Der zeitgenössische Hornplatteneinband ist eine große Rarität, dessen originalgetreue Wiedergabe die Faksimile-Edition der schönsten deutschen Psalterhandschrift des 13. Jahrhunderts zu etwas Einzigartigem macht.

Handschrift: Bamberg, Staatsbibliothek, Msc.Bibl.48
Entstehungszeit: um 1220/30
Entstehungsort: Bamberg (oder Regensburg ?)
Format: ca. 26,0 x 18,0 cm
Umfang: 420 Seiten (210 Blatt)
Künstler: zwei Buchmaler-Meister
Auftraggeber: unbekannt
Ausstattung: 15 ganzseitige Miniaturen auf Goldgrund in 3 Bilderzyklen mit jeweils 5 Miniaturen, 8 ganzseitige goldene Zierinitialseiten und 3 ganzseitige historisierte Zierinitialen, 256 einzeilige Goldinitialen, 24 Kalendermedaillons
Einband: Hornplatteneinband mit mehrteiligen vergoldeten Miniaturen auf Vorder- und Rückdeckel
Kommentarband zur Edition von Karin Eckstein / David Ganz / Sibylle Ruß / Bettina Wagner

Die Faksimile-Edition steht unter dem hohen Patronat Seiner Exzellenz, des H.H. Erzbischof Dr. Ludwig Schick, Erzbischof von Bamberg.

Die Faksimile-Edition erscheint im Winter 2018/19.

Vorauszahlungspreis: EUR  9.850,00  gültig bis 31.05.2018
Subskriptionspreis: EUR 10.950,00 gültig bis Erscheinen, zahlbar bei Lieferung
Endpreis: EUR 12.400,00


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